Seit ich als Psychotherapeutin arbeite, mache ich mir viele Gedanken darüber, warum die Therapie bei einigen Menschen zu einer merklichen Verbesserung ihrer Lebensqualität führt, bei anderen aber nicht. Ich stelle mir die Frage, was ich als Therapeutin dazu beitragen kann, dass noch mehr Patienten eine nachhaltige Verbesserung ihres Zustands erfahren. 

Mir wurde unter anderem bewusst, dass die 1:1-Situation einer Einzelpsychotherapie eine sehr besondere Konstellation ist, die häufig nicht das reale Leben widerspiegelt. Auch ich genieße es, dass ich mit vielen meiner Patienten eine sehr vertrauensvolle Beziehung aufbaue und häufig finden wir auch die Ursachen ihrer Probleme. Aber ein ganz wesentlicher Faktor in der Verhaltenstherapie ist es, das neue Wissen dann in neues Fühlen, Denken und Handeln aktiv umzusetzen. … und genau dieser aktive Part fällt vielen Menschen allein sehr schwer. Sie benötigen Motivation von außen, aber auch die mitreißende Wirkung einer Gruppe kann hier einen ganz entscheidenderen Faktor darstellen. Wir Menschen sind soziale Wesen, wir wollen uns zugehörig fühlen, akzeptiert werden. Eine Gruppe spiegelt also unsere realen Lebensbedingungen gut wieder.

Über den Austausch in der Gruppe erhalten sie vielfältiges Feedback, sie erfahren Anteilnahme und sie treffen auf Menschen, die ähnliche Probleme haben. Dies kann sehr entlastend sein.

Mein Ziel ist es, ihnen innerhalb der Therapie Wissen und Kompetenzen zu vermitteln. Sie sollen Experte ihrer selbst werden, um dann die notwendigen Veränderungsschritte einleiten zu können und eine Verbesserung ihrer Situation zu erreichen. Wie oben schon erwähnt, aber ich kann es nicht oft genug sagen :-),  das Wissen allein reicht nicht aus. Der wohl wichtigste Schritt ist das aktive Umsetzen des neuen Wissens, das Üben. … und das kann man in der Gruppe ganz wunderbar. 

Psychotherapie ist aus meiner Sicht besonders wirksam, wenn sie erlebnisbasiert ist. Das heißt sie sollten schon innerhalb der Therapie neue Erfahrungen machen und möglichst viele Aha-Erlebnisse haben. In der Therapiegruppe können Erlebnisse und Prozesse in Gang gebracht werden, die deutlich über die Zweierbeziehung der Einzeltherapie hinausgehen.

Es ist für die Gruppenmitglieder sehr motivierend, wenn sie Erfolge bei anderen Gruppenmitgliedern beobachten. In der Gruppe kann man sich gegenseitig stärken und die Vorteile eines Teams nutzen. Ich habe habe viele Jahre Feldhockey gespielt und das Wirgefühl der Mannschaft geliebt. Erfolge waren gemeinsam schöner, aber auch Niederalgen waren innerhalb der Gruppe viel einfacher auszuhalten.